Nahtoderfahrung bei Bewußtlosigkeit
Aus Magie und Parawissenschaften
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Zu den Wert- und Lebensveränderungen zählen bei den bisher untersuchten, meist christlichen Menschen die ein Nahtodeserlebnis hatten eine größere Liebe zu allen und allem, größere Verbundenheit und mehr Mitgefühl mit anderen Menschen. Die Beziehungen zu anderen werden wichtiger genommen als bisher und äußerlich-materialistischen Werten wird weniger Bedeutung beigemessen. Eine Hinwendung zu sozial-karitativen Tätigkeiten, eine höhere Wertschätzung von Sinnfragen, aber auch der eigenen Person und der Kürze und Kostbarkeit der Lebenszeit werden beschrieben. Damit geht ein erhöhtes Verantwortungsgefühl, eine Suche nach (Selbst-)Erkenntnis und Wissen und zuweilen eine Ästhetisierung von Natur- und Musikempfinden einher. Außerdem nehmen intuitive, präkognitive und außerkörperliche Erfahrungen zu. Gelegentlich kommt es auch zur Heilung psychischer Störungen, zuweilen gar zur völligen Kehrwendung von Verbrechern.<ref group="S" name="1.10"/> | Zu den Wert- und Lebensveränderungen zählen bei den bisher untersuchten, meist christlichen Menschen die ein Nahtodeserlebnis hatten eine größere Liebe zu allen und allem, größere Verbundenheit und mehr Mitgefühl mit anderen Menschen. Die Beziehungen zu anderen werden wichtiger genommen als bisher und äußerlich-materialistischen Werten wird weniger Bedeutung beigemessen. Eine Hinwendung zu sozial-karitativen Tätigkeiten, eine höhere Wertschätzung von Sinnfragen, aber auch der eigenen Person und der Kürze und Kostbarkeit der Lebenszeit werden beschrieben. Damit geht ein erhöhtes Verantwortungsgefühl, eine Suche nach (Selbst-)Erkenntnis und Wissen und zuweilen eine Ästhetisierung von Natur- und Musikempfinden einher. Außerdem nehmen intuitive, präkognitive und außerkörperliche Erfahrungen zu. Gelegentlich kommt es auch zur Heilung psychischer Störungen, zuweilen gar zur völligen Kehrwendung von Verbrechern.<ref group="S" name="1.10"/> | ||
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+ | == Faktoren die die Häufigkeit von Nahtodeserfahrungen beeinflussen == | ||
+ | In mehreren Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass es nicht von Bildungsgrad, Familienstand, Berufsstatus, sozio-ökonomischen Status und religiösem Hintergrund abhängt, ob ein Mensch in lebensgefährlichen Situationen eine Nahtodeserfahrung hat.<ref name="3.5.2" group="K">Susan Blackmore: Neurophysiologische Erklärungen der Nah-Todeserfahrung</ref> <ref name="1.6" group="S"/> <ref name="1.9" group="S"/> | ||
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+ | === Alter === | ||
+ | Die Häufigkeit von Nahtodeserfahrungen während lebensbedrohlicher gesundheitlicher Krisen nimmt mit dem Alter ab. Morse wies bei Kindern nach, dass 85% derjenigen die dem Tode nahe waren, Nahtodeserlebnisse hatten. Ring hatte 48% Nahtodeserlebnisse bei einem Durchschnittsalter von 37, Sabom hatte 43% Nahtodeserlebnisse bei einem Durchschnittsalter von 49 Jahren. Bei Untersuchungen an Patientengruppen mit hohem Durchschnittsalter (jeweils über 60 Jahren) wie Herzanfallspatienten haben nur 10-12% ein Nahtodeserlebnis. Hiervon abweichende Werte beruhen auf ungeeigneten Befragungsmethoden oder ungenauer Definition des Begriffes. Drei Herzstillstansstudien und die Dialysestudie wiesen unabhängig voneinander nach, dass jüngere Patienten häufiger Nahtodeserlebnisse hatten als ältere. Außerdem hatten jüngere Menschen tiefere Nahtodeserlebnisse.<ref name="1.1" group="L"/> <ref name="2.2"/> <ref name="2.9"/> <ref name="2.32" group="Gr"/> | ||
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+ | ===Geschlecht=== | ||
+ | Drei Studien wiesen bisher nach, dass Frauen tiefere Nahtodeserfahrungen haben als Männer. Dass Frauen dabei kleinere Halluzinogen-Mengen benötigen, erklärt möglicherweise auch das etwas häufigere Vorkommen von NDEs bei Frauen.<ref name="1.1" group="L"/> <ref name="1.4" group="J"/> <ref name="1.6" group="S" /> <ref name="1.9" group="S" /> <ref name="1.10" group="S"/> <ref name="2.2" /> | ||
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+ | ===Neigung zum fantasieren und Sensitivität für andere Realitäten=== | ||
+ | Um zu untersuchen, ob leicht hypnotisierbare Menschen - sogenannte "fantasy-prone personalities" (wörtlich: Personen mit einer Neigung zur Fantasie) - häufiger Nahtodeserfahrungen machen als andere, verglichen Council und Greyson Personen die typische Nahtodeserfahrungen berichteten, Personen die schon in Lebensgefahr gewesen waren und keine Nahtodeserfahrung gehabt hatten und Personen die nie dem Tode nahe gewesen waren. Personen, die eine Nahtodeserfahrung hatten, sind danach fantasievoller, haben ein lebhafteres Vorstellungsvermögen, bringen Fantasie und Vorstellungen mehr Interesse entgegen, können leichter in ungewöhnliche Bewusstseinszustände geraten, machen öfter ungewöhnliche subjektive Erfahrungen und glauben eher an paranormale Phänomene, als die Durchschnittbevölkerung. Dies ist aber nicht so ausgeprägt wie bei der sogenannten Fantasy-Prone Personality. Der transzententale Teil der Nahtodeserfahrung, also Jenseitserfahrungen, Mystische Gestalten, sichtbare Geister oder die Wahrnehmung einer Grenze, scheint bei Menschen die in Richtung Fantasy-Prone Personality tendieren, nicht häufiger aufgetreten zu sein als bei anderen Menschen. Ob die Nahtodeserfahrung die Ursache oder die Folge dieser Nähe zur Fantasy-Prone Personality ist, ist unklar.<ref name="1.25"/> | ||
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+ | Menschen die Nahtodeserfahrungen hatten, hatten häufiger auch unabhängig von der Nahtodeserfahrung paranormale Erfahrungen gemacht als Leute, die keine Nahtodeserfahrung machten.<ref name="2.32" group="Gr" /> <ref name="3.5.2" group="K" /> | ||
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+ | Ring verteilte eine Reihe von Fragebögen über die Neigung zum Phantasieren, Kindheitserfahrung, Familienleben und Kindesrnißhandlung an 74 NTEler und 54 Personen, die sich lediglich für NTE interessierten. Er fand heraus, dass nicht die Neigung zum Phantasieren entscheidend war, sondern die in der Kindheit erfahrene 'Sensitivität zu anderen Wirklichkeiten'.<ref name="3.5.2" group="K" /> | ||
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+ | === Qualität des Gesundheitswesens: In Entwicklungsländern sind Nahtodeserfahrungen selten === | ||
+ | Nach einer repräsentativen Befragung von 2044 Deutschen haben 4,3% aller Deutschen Nahtodeserlebnisse erlebt. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung wären das etwa 3,3 Millionen Deutsche mit entsprechenden Erfahrungen. Eine Befragung in den USA zu demselben Thema, ergab dass ebenfalls 5% aller Amerikaner Nahtodeserlebnisse hatten. <ref name="1.1" group="L"/> <ref name="1.5" group="S"/> <ref name="1.7"/> <ref group="M" name="S.22"/> <ref group="H">S.87-88</ref> | ||
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+ | Eine Umfrage in Indien ergab 1984, dass von etwa 6430 Bewohnern vierer indischer Dörfer nur 18 (0,3%) einmal beinahe tot waren und von diesen hatten mehr als 2/3, insgesamt 13 ein Nahtodeserlebnis. Es hatten also nur 0,2% der Bevölkerung bereits eine Nahtodeserfahrung erlebt.<ref name="1.24"/> | ||
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+ | In historischen Zeiten können Nahtoderfahrungen nicht wesentlich häufiger gewesen sein als heute in Entwicklungsländern, da damals die medizinischen Möglichkeiten noch schlechter waren als dort und sich deshalb nur wenige Gelegenheiten ergaben, den klinischen tod zu überleben. | ||
== Faktoren, die die Zusammensetzung einer Nahtodeserfahrung beeinflussen == | == Faktoren, die die Zusammensetzung einer Nahtodeserfahrung beeinflussen == |